Gwen war mit kleinem Gepäck unterwegs, im Grunde hatte sie momentan nur einen Koffer -glücklicherweise mit Rollen- dabei, sie wollte sich keinenfalls mit zuviel Gepäck abschleppen. Die Möbel und die sonstige Einrichtung ihrer Einzimmerwohnung, die sie bisher in New York bewohnt hatte, lagerten bei einer Spedition ein, den Transport konnte sie ja erst veranlassen, wenn sie hier eine Wohnung gefunden hatte.
Gwen war mit einem Nachtflug von New York nach Seattle geflogen und jetzt mit dem Zug nach St. Agnes unterwegs. Zu ihrer eigenen Verwunderung war der Flug sehr pünktlich gewesen, sie hatte gleich den frühen Zug erwischt. So würde sie sehr wahrscheinlich früher als geplant ankommen, da sie sicherheitshalber von dem späteren Zug ausgegangen war, als sie der Schule ihre Ankunftszeit mitgeteilt hatte.
Etwas müde sah Gwen, den Kopf angelehnt, aus dem Fenster. Sie hatte zwar im Flugzeug zwar etwas schlafen können, war aber natürlich gespannt, was sie erwarten würde. Die Landschaft draußen war schon einmal ziemlich anders, als sie, die Großstadtpflanze, das kannte. Das waren auch die größten Bedenken ihrer Mutter gewesen, als Gwen sie und ihren Partner, mit dem sie seit etwa drei Jahren zusammenlebte und der ihr sichtlich gut tat, gestern noch einmal besuchte. Gwens Mutter lebte ja noch länger in New York und konnte es sich gar nicht vorstellen, aus Land zu ziehen. Ansonsten war sie aber mit der Entscheidung ihrer Tochter für den Stellenwechsel vollkommen einverstanden.
Der Zugbegleiter kündigte schließlich die baldige Ankunft in St. Agnes an und Gwen griff sich ihre große Handtasche und zog ihren Koffer zur Türe, gleich darauf blieb der Zug auch mit einem Ruck stehen. Der Bahnhof war, wie sie gleich nach dem Aussteigen feststellte, doch sehr übersichtlich für ihre Verhältnisse.
Rund 25 Minuten später stoppte das Taxi in der Einfahrt der Mount Horizon High. Gwen bezahlte den Fahrer, der lud noch ihr Gepäck aus, dann steuerte sie auf das Hauptgebäude zu.